23 August 2010

Von der Priorität in der Ausbildung von Verkündigern

Aber wenn Sprachen und Philosophie beinahe alle Kraft und Zeit in Anspruch nehmen, und die Lehrer, anstatt die Philosophie als Theologen, die Theologie als Philosophen lesen, wie wenn die letztere nichts höheres als eine Lektion in der Musik oder Arithmetik, nicht aber die Lehre vom ewigen Leben wäre, – das verwüstet so manche Blüten in der Knospe und verpestet die Kirche mit unbekehrten Seelsorgern! Daher kommt es, dass wir so viele Weltlinge haben, welche von der unsichtbaren Glückseligkeit predigen, und so viele fleischlich Gesinnte, welche die Geheimnisse des Geistes erklären, und, ich wollte, ich möchte es nicht sagen dürfen, so viele Ungläubige, welche Christum predigen, ja so manche Atheisten, die den lebendigen Gott verkündigen sollen. Auch ist es, wenn sie in der Philosophie vor der Religion oder ohne diese unterrichtet werden, kein Wunder, wenn ihre Philosophie das Ganze oder Meiste ihrer Religion ausmacht.

Richard Baxter

08 Mai 2010

Islam, eine ungenügende Religion

Von einem christlichen Standpunkt aus, ist der Islam eine ungenügende Religion. Muslime bekennen einen einzigen Gott und einen letzten Propheten, der den Menschen Gottes Wort überbrachte. Christus ist aber vielmehr als nur ein Prophet (was auch vom Islam akzeptiert wird). Es reicht eben nicht, bloss zu wissen, dass es einen Gott gibt und was dieser von den Menschen denkt und fordert. Darum regelt das Christentum nicht bloss das Leben der Christen und ihre Beziehung zum dreieinigen Gott, sondern sie verbreitet die Nachricht, dass jener Gott barmherzig ist.

Diese Barmherzigkeit ist mehr als nur ein Wort; sie ist Tat geworden. Jesus Christus, der ewige Sohn Gottes wurde Mensch – er kam uns entgegen. Als Mensch lebte er ganz nach der göttlichen Gerechtigkeit, von der bereits viele Propheten vor Christus gesprochen haben. Als vollkommen gerechter Mensch (eine Tatsache, die selbst der weltliche Richter bestätigte), liess er sich für die Ungerechtigkeit der Menschen töten. Er nahm die Strafe auf sich, die ich für meine Schuld Gott gegenüber verdient habe. Der ewige Sohn blieb nicht tot, sondern ist nach zwei Tagen auferstanden – meine Strafe ist vollkommen bezahlt. Das ist die gute Botschaft, das Evangelium des Christentums, das sich so fundamental von der fordernden Haltung des Islams unterscheidet.

Während Mohammed den Menschen Vorschriften brachte, wie sie Gott vielleicht besänftigen können, hat Jesus durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung für Versöhnung gesorgt. Jesus brachte nicht Forderungen, sondern die Lösung für die Schuld der Menschen vor Gott. Darum genügt das Christentum.

06 April 2010

Dem Islam begegnen

In letzter Zeit hört man viel davon, dass unsere westliche Gesellschaft etwas gegen das Aufkommen des Islams unternehmen muss. Verbote werden diskutiert und gesellschaftliche und erzieherische Massnahmen ins Auge gefasst. Staatlich verordnete Integration, sprich obligatorischer allgemeiner Schwimmunterricht und interreligiöse Fächer in den Schulen, sind die üblichen Strategien, die ein friedliches zusammenleben der Religionen sichern sollen. Wer sich bei all diesem politischen Aktionismus mit der Meinung zurücklehnt, dass nun genug getan ist, täuscht sich. Den Islam mit politischen Massnahmen zu «einzudämmen» wird nicht funktionieren. Genauso gut könnten wir bei einem Hochwasser, das unsere Keller zu überschwemmen droht, die Heizung aufdrehen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wer um das Hochwasser weiss, muss das Wasser sein Haus abdichten. Wenn es kalt wird, macht es hingegen Sinn die Heizung aufzudrehen. Religion kann nicht mit politischen Massnahmen geregelt werden, weil sie in unserem Land ausserhalb des staatlichen Einflusses steht. Alle Forderungen und Massnahmen, von denen man heute spricht, drehen bloss die Heizung auf.

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29 März 2010

Gibt es einen Grund, nicht Moslem zu werden?

Vor einiger Zeit, als Reaktion auf das Minarettverbot, brachte das Schweizer Fernsehen eine Dokumentation über zwei Schweizer, die zum Islam konvertierten.

DOK vom 11.01.2010

Es spielt offensichtlich gar keine Rolle, ob der Mensch nun Muslim, Christ, oder sonst irgendetwas ist, Hauptsache er bleibt friedlich und tolerant – diesen Eindruck hinterlässt die Dokumentation. Gibt es denn für Schweizer keinen Grund, um nicht zum Islam zu konvertieren?

24 Februar 2010

Das Universum hat von unserem Kommen gewusst

Wenn wir in das Universum hinausschauen und uns die vielen Zufälle der Physik und der Astronomie vergegenwärtigen, die zu unserem Vorteil zusammengewirkt haben, dann sieht es so aus, als hätte das Universum von unserem Kommen gewusst.
Paul Davies, Physiker.

30 Januar 2010

iChurch

Heute gebe ich es zu: Ich mag die Produkte von Apple. Spätestens seit der neusten Ankündigung des Tabletts mit Namen iPad, wissen wir es alle – diese Produkte sind ganz auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Wir sehen es, wissen sofort wie man es bedient und nehmen es mit Freude in die Hand, weil einfach alles passt. Jemand hat offensichtlich darüber nachgedacht, wie ICH Emails schreiben, im Internet surfen und Fotos anschauen will.

In diese Palette von iProdukten würde sich eine iChurch wunderbar einfügen. Eine Kirche, die ganz auf mich zugeschnitten ist. Einen Ort, an den ich kommen kann und ich sofort merke, dass sich jemand darüber Gedanken gemacht hat, welchen Gott ICH brauche, wie ICH zu ihm beten und wie MEIN Glaube gestärkt werden sollte. Eine solche Kirche hätte sicher, so möchte man denken, eine ähnliche Ausstrahlung und Anziehungskraft, wie es offensichtlich das iPhone und Konsorten haben.

Aber Moment mal. Werde ich dann wirklich das finden, was ich mir wünsche – die Kirche?

18 Dezember 2007

Vom richtigen Verständnis der Schrift

Wie kann ein vom Geiste Gottes beseeltes Buch ohne diesen Geist verstanden werden? Kann doch ohne poetischen oder musikalischen Sinn niemand die Schönheit der Poesie würdigen oder edle Musik wahrhaft verstehen; eben so unmöglich ist es, das ein psychischer (seelischer, natürlicher) Mensch (1. Kor 2,14), der Gottes Geist nicht hat, sein Wort verstehen sollte. Er mag mit den Grundsprachen, der Geschichte und den Altertümern der Bibel wohl vertraut sein, – dies alles bezieht sich nur auf ihren äusseren Leib. Er mag fähig sein, ihre hehre Schönheit zu würdigen, und von dem echt menschlichen Element in ihr, auch im Unterschied zu der griechischen und römischen klassischen Literatur, entzückt werden; ihre so treue, wahre Schilderung der mannigfachen Lebenserfahrung mag sein Gemüt tief ergreifen, - die alles geht gleichsam nur ihre Seele an; der Geist der Schrift ist Gottes Geist, der heilige Geist. Deshalb betet der Psalmist, wiewohl er mit der Sprach und den Ordnungen des Pentateuchs wohlvertraut war: Herr öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz! (Ps 119,18). Und daraus folgt, dass der «geistliche» Mensch gerade das Wesentliche der Schrift wohl verstehen kann, auch wenn im in anderer Hinsicht, in Bezug auf das Verständnis dessen, was wir das Leibliche und das Seelische der heiligen Schrift nennen können, vieles mangelt, und ferner, dass alles bloss kritische (das Äussere erforschende), sprachliche, historische, ästhetische und menschliche Verständnis der Schrift - so wertvolle Dienste es dem geistlichen Verständnis derselben leisten kann - ausserstande ist, den wahren Gehalt des Wortes zu erfassen.

Ein unstudierter, einfältiger Christi wendet z.B. den 22. Psalm ohne weiteres auf Christus an und beachtet vielleicht kaum seine nächste Beziehung zu David. Er meint wahrscheinlich, David habe ohne irgendwelche vermittelnde Umstände und ohne Einschränkung einfach im Geiste die Leiden Christi gesehen. Eine solche Anschauung ist unvollkommen, aber sie ist nicht falsch; sieht sie die Sache doch gerade von dem Hauptgesichtspunkt aus an. Sie ist die vornehmste und wahre Anschauung, auf die Gottes Plan und Wille schliesslich abzielt, wohingegen eine rein historische Erklärung dieses Psalms (wie treffend immer die psychologische Analyse ausfallen möge), die nicht den leidenden und triumphierenden Christus darin sieht, oberflächlich ist und ein falsches Bild gibt. Ohne Zweifel hat schon mancher unstudierte, aber vom Geist gelehrte Mann eine richtigere Exegese gegeben, als wohlunterrichtete, aber unerleuchtete Gelehrte. Doch müssen wir da ein Wort beifügen. Es gibt eine Gefahr der die Wahrheit vergewaltigenden Herrschsucht und des Eigendünkels bei Ungelehrten ebenso wie bei Gelehrten. Jemand kann ohne gelehrtes Wissen und zugleich ohne geistliche Einsicht und ohne Demut sein. Die Männer, welche am demütigsten und am meisten geistlich gesinnt sind, werden höchst wahrscheinlich zugleich fleissige und gewissenhafte Forscher sein und sich mit Dankbarkeit alles dessen bedienen, was über die Schrift nach ihren verschiedenen Seiten Licht verbreiten kann. Und diejenigen, welche das tiefste Interesse für das wahre Wohlergehen der Gemeinde des Herrn haben, begehren in erster Linie eine wahrhaft geistliche, dann aber auch gleich in zweiter Linie eine gründlich unterrichtete und geistig regsame Predigerschaft.


D. Adolph Saphir