Europäische Konferenz Reformierten Kirchen
Diese Woche fand in Soest (NL) die European Conference of Reformed Churches (ECRC) statt. Reformierte Kirchen aus ganz Europa stellten sich vor und dachten über die Herausforderungen und Chancen der heutigen Zeit nach.
Ich muss zugeben, dass ich noch nie so schlecht auf eine Konferenz vorbereitet war. Am Dienstagmorgen wusste ich nur wohin die Reise geht – auf nach Holland. Um so überraschter war ich, in was ich da, auf Einladung von niederländischen Freunden, hineingeraten bin. Plötzlich war ich in Mitten von Pfarrern aus ganz Europa. Obwohl mein Englisch immer wieder an seine Grenzen stiess (was bei mir nicht sehr verwunderlich ist), war es sehr spannend und lehrreich zu erfahren, wie es um die reformierte Kirche in Portugal, Italien, Irland, Schweden, Polen, oder in der Ukraine steht. Überraschend war (wenigstens für mich), dass die Reformierten sich beinahe überall in sehr kleinen Gemeinden treffen (die Niederlande sind hier wohl die grosse Ausnahme in Europa).
In seinem Vortrag machte Dr. Maris (Christliche Reformierte Kirche in den Niederlanden) darauf aufmerksam, das die Theologen zur Zeit der Reformation einen regen Austausch miteinander hatten. Heute herrscht aber leider gerade im deutschsprachigen Europa oft ein Eigenbrötlertum. Jeder scheint mit seinen eigenen Problemen und Auseinandersetzungen beschäftigt zu sein. Der ermutigende Kontakt zwischen Kirchen, Pfarrern und Theologen bleibt dabei leider auf der Strecke. Erstaunlich ist, dass doch wohl auch die Reformatoren ihre Probleme gehabt haben dürften (die Kirchengeschichte gibt wohl ausreichend Auskunft) und es trotzdem ohne die modernen Kommunikationsmittel schafften, einander zu ermutigen, zu helfen und zu beraten. Offenbar wussten sie vielmehr, dass die internationale Verbindung unbedingt nötig ist.
Die Kirche endet nicht am Schluss unserer Mitgliederliste und auch nicht an der Grenze unserer Stadt. Wir können nicht von einer allgemeinen christlichen Kirche reden und weiterhin so tun, als gäbe es sonst niemanden mehr, der unseren Glauben teilt und mit unserem Herrn verbunden ist. Es ist unbedingt nötig, dass die reformierten Kirchen und Menschen mit reformierter Gesinnung von einander wissen. Nur so können wir einander zur Hilfe werden, damit das reformierte Anliegen, das wir gemeinsam tragen, gefördert wird.
Was können wir dafür tun?
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